Der Ausbau von DAB+ schreitet in Europa weiter voran: Immer mehr Länder setzen auf modernes Digitalradio und starten den Roll-out neuer digitaler Programme. Wo DAB+ bereits fest etabliert ist, ist die Zahl der verfügbaren Angebote in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Hörerinnen und Hörer profitieren dadurch von einer größeren Programmvielfalt und einem klaren, digitalen Empfang.
Inzwischen wird Radio in 31 europäischen Ländern über DAB und/oder DAB+ verbreitet. In weiteren Saaten fanden bereits Tests mit DAB+ statt, und die Aufnahme des Regelbetriebs ist geplant. Übertragen werden die Programme gebündelt in sogenannten Multiplexen, kurz Mux. Auf einer einzigen Frequenz können über eine solche Programmplattform bis zu 16 Programme ausgestrahlt werden. Damit ist DAB+ gegenüber UKW deutlich energie- und ressourceneffizienter.
Hier ein Überblick über die Aktivitäten außerhalb Deutschlands:
Aserbaidschan
Die Halbinsel Abşeron, auf der auch die Hauptstadt Baku liegt, wird seit 2019 mit einer Programmplattform versorgt. 15 Privatradios sind hier über DAB+ zu hören. Inzwischen wurde der Versorgungsgrad auf 70 Prozent der wichtigsten Städte und Autobahnen erhöht.
Belgien
DAB+ ist in Belgien nahezu flächendeckend verfügbar. Neben Flandern, der Wallonie und Brüssel verfügt inzwischen auch die deutschsprachige Gemeinschaft über ein eigenes Angebot. Dort verbreitet der BRF über zwei größere Sendestandorte seine Programme BRF1 und BRF2 gemeinsam mit vier privaten Radiostationen. Das 2023 gestartete Pilotprojekt wurde bis Ende 2026 verlängert und versorgt Ostbelgien.
In der Wallonie und in Brüssel sind die Programme der RTBF, BRF1 und BRF2 sowie zahlreiche private Sender zu hören. Mit Jam., Tarmac und Viva+ bietet die RTBF auch Programme an, die nicht über UKW verbreitet werden. In Flandern betreibt die VRT eine eigene Plattform mit ihren landesweiten Programmen, allen fünf Regionalfassungen von Radio 2 und mehreren ausschließlich digital verbreiteten Angeboten. Weitere Netze bündeln zahlreiche private Programme. Ergänzt werden die überregionalen Angebote durch lokale und regionale Plattformen, unter anderem in Brüssel, Lüttich und den flämischen Provinzen. In Flandern wird die lokale DAB+ Verbreitung derzeit neu geordnet. Zugleich prüft die Wallonie die Bedingungen für einen möglichen Ausstieg aus UKW.
Bosnien-Herzegowina
Bosnien und Herzegowina gehört zu den jüngeren DAB+ Märkten Europas. Im Mai 2025 nahm der Netzbetreiber Dasto Semtel einen Testbetrieb in den Großräumen Sarajevo und Banja Luka auf. Über zwei Senderstandorte wurden zunächst sieben private Radioprogramme auf einer gemeinsamen Plattform verbreitet. Der weitere Ausbau soll schrittweise erfolgen. Die Lizenzbedingungen sehen vor, innerhalb von 18 Monaten mindestens 50 Prozent und innerhalb von drei Jahren mindestens 85 Prozent der Bevölkerung zu versorgen.
Dänemark
98 Prozent der Bevölkerung können DAB+ empfangen und aus einem umfangreichen Angebot von mehr als 120 Programmen wählen. Neben jeweils einer nationalen Plattform für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Danmarks Radio und die Privatradios, derzeit mit 16 Programmen sowie dem BBC World Service, gibt es zwölf lokale DAB+ Plattformen.
Um Versorgungslücken auf dänischer Seite zu schließen und zugleich die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein zu erreichen, nutzt Danmarks Radio außerdem eine Sendeanlage des Norddeutschen Rundfunks in Flensburg.
Frankreich
In keinem Land Europas gab es in den vergangenen Jahren einen stärkeren Netzausbau beim Digitalradio DAB+ als in Frankreich. Ende 2025 konnten bereits 66 Prozent der Bevölkerung DAB+ empfangen, in diesem Jahr sollen 80 Prozent Zugang zum terrestrischen Digitalradio bekommen. Zahlreiche zusätzliche Regionen wurden für DAB+ erschlossen und der Ausbau geht stetig weiter.
Ein Meilenstein war 2021 der Start zweier nationaler Programmplattformen. Diese decken Ballungsräume und Autobahnen mit 25 Programmen ab. Hieran beteiligen sich die großen französischen Privatradiogruppen NRJ (NRJ, Cherie FM, Rire et Chansons, Nostalgie und künftig Nostalgie 60/70), M6 (RTL, Fun Radio, RTL2), Lagardère (Europe 1, Europe 2, RFM) und NextRadioTV (RMC, BFM Radio, BFM Business) mit ihren Angeboten. Auch das öffentlich-rechtliche Radio France ist mit den überregionalen Programmen dabei.
Die national ausgestrahlten Sender waren zunächst nur auf der Strecke von Paris bis zur Côte d’Azur zu hören. Beide Plattformen sind inzwischen auch fast flächendeckend in Elsass und Lothringen vertreten und darüber auch in den Grenzregionen in Deutschland, etwa im Saarland oder Mittel- und Südbaden, zu hören. Die nationalen Ensembles werden durch zahlreiche regionale Multiplexe in vielen Städten und Regionen ergänzt. So gibt es nicht nur in den Großräumen Paris, Marseille, Nizza, Lille, Lyon, Toulouse, Bordeaux und Straßburg ein breites Angebot über DAB+, sondern auch in vielen kleineren und mittelgroßen Städten.
Gibraltar
In dem britischen Überseegebiet betreibt das öffentlich-rechtliche Radio Gibraltar eine Programmplattform mit vier Sendern.
Griechenland
In Griechenland betreibt der öffentlich-rechtliche Rundfunk ERT eine DAB+ Programmplattform mit sieben Programmen. Sie ist in den Großräumen Athen, Thessaloniki und Patras zu empfangen. Seit Mai 2026 wird über einen neuen Senderstandort auf dem Pilion auch die Region Thessalien versorgt. ERT baut das DAB+ Sendernetz derzeit aus. In einer ersten großen Stufe sollen künftig 31 Senderstandorte in wichtigen Städten und entlang bedeutender Verkehrsachsen in Betrieb genommen werden.
Großbritannien
Laut den britischen RAJAR-Hörerdaten für das erste Quartal 2026 erfolgen 76 Prozent der wöchentlichen Radionutzung im Vereinigten Königreich digital. Auf UKW und Mittelwelle entfallen nur noch 24 Prozent. Pro Woche werden insgesamt 765 Millionen digitale Hörstunden gezählt. Davon entfallen 57 Prozent auf DAB+, 25 Prozent auf Smart Speaker, 15 Prozent auf Websites und Apps sowie drei Prozent auf digitales Fernsehen. Im Auto liegt der DAB+ Anteil bei 60,7 Prozent und damit mehr als vier Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von 56,3 Prozent.
In den vergangenen Jahren sind vor allem zahlreiche lokale Plattformen im Rahmen von Small Scale DAB+ gestartet. Bis Juni 2026 gingen 108 dieser Multiplexe auf Sendung. Sie ermöglichen insbesondere lokalen, nicht kommerziellen Radioprogrammen einen kostengünstigen Zugang zur digitalen terrestrischen Verbreitung. Weitere 50 Plattformen sind bereits lizenziert. Schon heute sind auf der Insel mehr als 550 Radiostationen über DAB und DAB+ zu hören. In keinem anderen Land gibt es ein so vielfältiges Digitalradio-Angebot. Neben einer nationalen Programmplattform der BBC gibt es zwei landesweite Privatradio-Ensembles sowie zahlreiche regionale Programmbündel.
Italien
Knapp 90 Prozent der Bevölkerung können bereits DAB+ empfangen. Am besten ausgebaut sind die Netze der Privatradios (EuroDAB Italia und DAB Italia), gefolgt vom Netz der öffentlich-rechtlichen RAI. Die drei nationalen Plattformen werden durch zahlreiche regionale und lokale ergänzt. In Südtirol herrscht Vollversorgung. Hier hat die Rundfunkanstalt Südtirol (RAS) bereits zahlreiche UKW-Sender aus Kostengründen zugunsten von DAB+ abgeschaltet und plant gleichzeitig den weiteren digital-terrestrischen Netzausbau. Eine Besonderheit ist die Verbreitung der drei Deutschlandradio Programme Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova sowie des deutschen Privatsenders Beats Radio von Klassik Radio über DAB+ in Südtirol.
Irland
Irland ist zurück auf der DAB+ Bühne. Im Rahmen des zunächst befristeten FáilteDAB Projekts werden inzwischen zahlreiche überwiegend private Radioprogramme übertragen. Der erste Multiplex versorgt vor allem den Großraum Leinster einschließlich Dublin und verbreitet nach Angaben des Betreibers 29 Audioprogramme. Ein zweiter Multiplex befindet sich im Ausbau und erweitert die Versorgung auf weitere Landesteile. Zusammen sollen die beiden Plattformen rund 85 Prozent der Bevölkerung erreichen. Seit Juni 2026 ist mit RTÉ Gold auch wieder ein Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks RTÉ terrestrisch über DAB+ zu empfangen.
Kanalinseln (Guernsey/Jersey)
Im August 2021 startete auf den Kanalinseln die terrestrische Verbreitung über DAB+. Das Netz sendet von Standorten auf Jersey, Guernsey und Alderney und erreicht im Freien mehr als 98 Prozent der Bevölkerung. Über den gemeinsamen Multiplex werden mehr als 20 Programme verbreitet, darunter lokale Angebote sowie Programme der BBC, von Global, Nation Broadcasting und News Broadcasting.
Kroatien
Seit Anfang 2022 sendet Kroatien DAB+ im Regelbetrieb. HRT verbreitet darüber unter anderem HRT HR1, HRT HR2, HRT HR Klasik und das Kinderprogramm Juhuhu. Ergänzt wird das Angebot durch landesweite und regionale Privatsender. Dafür ist Kroatien in sechs digitale Regionen gegliedert. Das Netz umfasst 46 Standorte und erreicht mobil rund 98 Prozent der Bevölkerung.
Liechtenstein
Im kleinen Fürstentum werden drei Programmplattformen aus der Deutschschweiz verbreitet. Im regionalen Ensemble für die Ostschweiz sendet auch der private Sender Radio Vaterland aus Liechtenstein, ein Programm des Medienhauses Vaduz.
Luxemburg
Das Großherzogtum hat am 1. Dezember 2025 den Regelbetrieb über DAB+ gestartet. Für die erste nationale Programmplattform wurden zwölf Radioprogramme ausgewählt. Zum Angebot gehören die beiden öffentlich-rechtlichen Programme Radio 100,7 und Opus 100,7 sowie private und nicht kommerzielle Programme. Dazu zählen nationale, bereits von UKW bekannte Angebote wie Eldoradio, das deutschsprachige RTL Deutschlands Hit Radio und das englischsprachige RTL Today Radio. Hinzu kommen unter anderem Radio ARA, Radio Latina sowie französischsprachige Marken wie Crooner Radio und LOR’FM.
Malta
Der Inselstaat ist ein Pionier im Aufbau eines DAB+ Sendernetzes. Die technische Reichweite von DAB+ beträgt 100 Prozent. Über die beiden nationalen, zwei regionale und eine Test-Plattform werden 53 Radioprogramme gesendet.
Moldau
In Moldau ist im April 2023 eine Test-Plattform in der Großstadtregion Chişinău gestartet. Aktuell werden hier noch sechs Radioprogramme ausgestrahlt.
Monaco
Im kleinen Fürstentum gibt es vier Programmplattformen mit insgesamt 31 privaten Radioprogrammen in französischer, italienischer und englischer Sprache.
Niederlande
In den Niederlanden erreichen sowohl die landesweiten privaten Radioprogramme als auch die öffentlich-rechtlichen Programme der NPO eine Bevölkerungsabdeckung von jeweils mehr als 95 Prozent. Für die NPO steht ein landesweiter Multiplex zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es drei landesweite kommerzielle Multiplexe. Auf diesen werden die landesweiten privaten Programme sowie zahlreiche Spartenprogramme verbreitet. Zusätzlich gibt es sieben regionale DAB+ Versorgungsgebiete. Auf den entsprechenden Multiplexen senden regionale öffentlich-rechtliche Programme gemeinsam mit regionalen und lokalen Privatradios. Seit September 2024 stehen außerdem lokale DAB+ Kapazitäten zur Verfügung. Hierfür wurden die Niederlande in 57 lokale DAB+ Regionen eingeteilt. Pro Region stehen bis zu 18 Programmplätze für lokale öffentlich-rechtliche und kommerzielle Anbieter zur Verfügung.
Norwegen
Norwegen hat Ende 2017 als erstes Land weltweit seine nationalen UKW-Netze abgeschaltet. Lokale Radiostationen können jedoch weiterhin über UKW senden. Die Umstellung auf Digitalradio führte zu einer erheblichen Erweiterung des landesweiten Programmangebots: Die drei großen Anbieter NRK, P4 Gruppen und Bauer Media verbreiten zusammen 32 nationale Radioprogramme. Nach einem vorübergehenden Rückgang erreichte die gesamte Radionutzung das Niveau vor der UKW-Abschaltung. Die privaten DAB+ Veranstalter erzielen mit den neuen Programmangeboten signifikante Werbeerlöse. Das regionale DAB+ Netz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks NRK erreicht 99,7 Prozent der Bevölkerung.
Österreich
Im Juni 2024 ging die zweite bundesweite DAB+ Programmplattform Österreichs auf Sendung. Zusammen verbreiten die beiden nationalen Bouquets derzeit 32 Programme. Ergänzt wird das bundesweite Angebot durch fünf regionale Plattformen für Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich, Kärnten, Steiermark und Südburgenland sowie Niederösterreich und Nordburgenland. Über diese Multiplexe werden zahlreiche regionale und teilweise neu gegründete private Programme verbreitet. Ein wichtiger Meilenstein war der Start von Hitradio Ö3 im Dezember 2025. Das reichweitenstärkste Programm des öffentlich-rechtlichen Österreichischen Rundfunks wird seitdem ebenfalls über DAB+ ausgestrahlt. In Wien gibt es zusätzlich einen eigenen regionalen Multiplex mit derzeit 14 Hörfunkprogrammen. Hinzu kommen ein elektronischer Programmführer und der Zusatzdienst ASA Info, der im Krisenfall aktiviert werden kann.
Polen
Polen verfügt über ein recht umfangreiches Angebot im Digitalradio. Insgesamt sind 17 regionale Plattformen von Polskie Radio auf Sendung, über die landesweite und regionale öffentlich-rechtliche Programme verbreitet werden. Zum Angebot gehören auch mehrere Programme, die ausschließlich über DAB+ zu empfangen sind. Ergänzt wird das öffentlich-rechtliche Angebot durch zahlreiche lokale Angebote mit privaten, kirchlichen, akademischen und weiteren nicht kommerziellen Programmen. Solche Angebote sind unter anderem in Danzig, Stettin, Breslau, Krakau und Warschau zu hören. Die lokalen Plattformen befinden sich allerdings überwiegend im zeitlich befristeten Versuchsbetrieb. Der weitere Ausbau kommt derzeit nur langsam voran.
Schweden
In Schweden wurde DAB+ 2026 deutlich ausgebaut. Viaplay Group Radio erweitert sein bislang auf Stockholm, Göteborg, Malmö, Uppsala und Gävle konzentriertes Netz auf 25 Standorte. Nach Abschluss des Ausbaus sollen die Programme rund zwei Drittel der Bevölkerung erreichen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk Sveriges Radio betreibt eine eigene DAB+ Plattform, die in mehreren Ballungsräumen und Städten zu empfangen ist. Darüber werden sieben Programme und ein Datendienst verbreitet. Daneben bestehen zwei kommerzielle DAB+ Plattformen. Viaplay erhielt für die neue Lizenzperiode ab August 2026 zwölf Programmzulassungen und kann damit seine bisherigen elf digitalen Programme fortführen sowie ein weiteres Angebot starten. Zu den bekannten Marken des Unternehmens gehören Rix FM, Star FM und Bandit Rock. Die zweite kommerzielle Plattform wird von Bauer Media betrieben und erreicht rund 40 Prozent der Bevölkerung. Über sie werden künftig neben Programmen von Bauer auch Angebote von NRJ und weiteren privaten Veranstaltern verbreitet. Insgesamt hat die schwedische Medienbehörde für die neue Lizenzperiode 24 digitale Programmzulassungen vergeben.
Schweiz
DAB+ ist inzwischen der meistgehörte Hörfunk-Verbreitungsweg in der Schweiz. In jeder Sprachregion betreibt die SRG eine eigene Programmplattform. Hinzu kommen eine überregionale Plattform mit privaten und öffentlich-rechtlichen Angeboten sowie mehrere regionale Ensembles. Ergänzt wird die Auswahl durch zahlreiche lokale „DAB+ Inseln“ des Betreibers digris, über die weitere kommerzielle und nicht-kommerzielle Sender verbreitet werden. Eine Besonderheit sind deutsche Programme: Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova sind in mehreren Regionen der Deutschschweiz zu empfangen, weitere Angebote wie ROCK ANTENNE kommen regional hinzu.
Serbien
In Serbien befindet sich eine landesweite DAB+ Programmplattform weiterhin im Testbetrieb. Nach dem Abschluss des Netzausbaus im Jahr 2025 erreicht sie rund 90 Prozent der Bevölkerung, etwa 90 Prozent der Regionalstraßen und nahezu alle Autobahnen des Landes. Über die Plattform werden insgesamt 17 Programme verbreitet. Dazu gehören Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Radio Televizija Srbije sowie private Radioprogramme mit nationaler Zulassung.
Slowakei
DAB+ befindet sich in der Slowakei weiterhin im Versuchsbetrieb. Das größere Netz betreibt Towercom; es ist regional unterschiedlich belegt und verbreitet öffentlich-rechtliche sowie private Hörfunkprogramme. Hinzu kommt ein kleineres Testnetz von AVIS.
Insgesamt senden 15 DAB+ Standorte für rund 75 Prozent der Bevölkerung. Je nach Region sind über beide Netze zusammen etwa 25 Programme empfangbar.
Parallel wird der Regelbetrieb vorbereitet. Der nationale Frequenzplan sieht sieben landesweite Bedeckungen vor. Anfang 2026 leitete die Regulierungsbehörde die Vorbereitung der künftigen Frequenzvergabe ein.
Slowenien
In Slowenien gibt es ein landesweites Netz und ein weiteres nationales Netz, das in einen westlichen und einen östlichen Bereich mit unterschiedlicher Programmbelegung unterteilt ist. Hinzu kommen ein lokales Bouquet für Ljubljana sowie ein weiteres nationales, regional aufgeteiltes Angebot. Ein fünftes Netz wird technisch bereits aufgebaut. Insgesamt sind derzeit 58 verschiedene öffentlich-rechtliche und private Radioprogramme über DAB+ zu empfangen. Das wichtigste landesweite Netz erreicht mehr als 92 Prozent der Bevölkerung. Durch zusätzliche Sender soll seine Reichweite im Laufe des Jahres 2026 auf knapp 94 Prozent steigen.
Spanien
In Spanien war der reguläre Digitalradiobetrieb lange weitgehend auf Madrid und Barcelona beschränkt. Seit 2024 hat Radio Nacional de España DAB+ jedoch auf zahlreiche weitere Städte ausgeweitet, darunter Valencia, Sevilla, Bilbao, Málaga und Palma de Mallorca. Je nach Standort werden Radio Nacional, Radio Clásica, Radio 3, Radio 5 und Ràdio 4 verbreitet. In Madrid und Barcelona bleibt vorerst auch der ältere DAB-Standard in Betrieb. Seit März 2026 senden auf den Balearen erstmals reguläre DAB+ Programme einer autonomen Gemeinschaft: IB3 Ràdio und IB3 Música. Weitere Regionen bereiten eigene Angebote vor. Private lokale und regionale Aktivitäten bestehen ebenfalls, sind rechtlich und technisch jedoch uneinheitlich. Ein flächendeckendes reguläres Angebot außerhalb der öffentlich-rechtlichen Netze gibt es daher noch nicht. Zugleich plant die Regierung eine Neuordnung: Der nationale Betrieb soll vollständig auf DAB+ umgestellt werden. Vorgesehen sind Kapazitäten für bis zu zwölf RTVE-Programme sowie eine gemeinsame Plattform für die zwölf privaten nationalen Lizenzen.
Tschechien
In Tschechien ist der Ausbau von DAB+ weit fortgeschritten. Das landesweite Netz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Český rozhlas erreicht rund 95 Prozent der Bevölkerung. Český rozhlas verbreitet über DAB+ alle landesweiten und regionalen Programme sowie spezielle Digitalangebote wie Radio Wave, D dur, Český rozhlas Jazz, Rádio Junior, Radiožurnál Sport und Český rozhlas Pohoda. Insgesamt sind 24 Programmvarianten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks über DAB+ zu empfangen. Auch der private Hörfunk hat sein Angebot deutlich ausgebaut. Neben zwei weitgehend landesweiten kommerziellen Netzen von České Radiokomunikace und RTI cz bestehen zahlreiche regionale Netze. Frequenzkapazitäten halten unter anderem Broadcast Services, Fiera touch, GG OMIKRON, JOE Media, PLAY.CZ und TELEKO digital. PLAY.CZ gehört seit 2026 zu České Radiokomunikace. Die beiden landesweiten kommerziellen Netze haben die vorgeschriebenen Ausbauziele vorzeitig erfüllt. Hinzu kommen zahlreiche regionale Angebote, deren Versorgung und Programmbelegung sich je nach Landesteil unterscheiden. Erste Reichweitenmessungen zeigen inzwischen, dass die neuen Digitalprogramme relevante tägliche Hörerschaften erreichen.
Türkei
In der Metropolregion Istanbul ist DAB+ seit Februar 2025 auf Sendung. Über die vom Çamlıca Turm ausgestrahlte Plattform werden nach Angaben des türkischen Verkehrs- und Infrastrukturministeriums derzeit 15 öffentlich-rechtliche und private Radioprogramme verbreitet.
Ukraine
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind drei öffentlich-rechtliche und drei Privatradios auf DAB+ in einem regionalen Multiplex zu hören.
Vatikan
Für den Großraum Rom betreibt Radio Vatikan eine Programmplattform mit sieben Programmen in unterschiedlichen Sprachen.
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Über DAB+: Digitalradio DAB+ ist der frei empfangbare Radiostandard von heute und beendet die analoge Frequenzknappheit. DAB+ folgt auf UKW und verbindet den klassischen Radioempfang ohne Internetkosten mit der Vielfalt digitaler Programmangebote. Alle öffentlich-rechtlichen und immer mehr Privatradios strahlen Programme über DAB+ aus, wobei die Zahl der Angebote, die exklusiv über DAB+ verfügbar sind, ständig wächst. In Neuwagen ist DAB+ gesetzlich vorgeschrieben. Das derzeit in Erprobung befindliche Warnsystem „Automatic Safety Alert“ (ASA) nutzt DAB+, um die Bevölkerung in Krisen- und Notlagen zuverlässig zu informieren. Hörerinnen und Hörer profitieren von einem System, das sie auch dann informiert, wenn Mobilfunk- oder Internetverbindungen unterbrochen sind. ASA arbeitet im Hintergrund automatisch, kann für den Wohnort regional angepasst werden und bietet eine hohe Verfügbarkeit dank des Sendenetzes von DAB+ Radio. Alle DAB+ Radios haben UKW inklusive.
Über uns: Das Digitalradio Büro Deutschland mit Sitz in Berlin ist eine Gemeinschaftsinitiative des Vereins Digitalradio Deutschland, also von ARD, Deutschlandradio, privaten Radioveranstaltern, Geräteherstellern und Netzbetreibern, die sich zum Ziel gesetzt haben, Digitalradio DAB+ in Deutschland zu etablieren. Das Digitalradio Büro informiert die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten und die Einführung von DAB+ in Deutschland. Der Zugang zum Digitalradio Deutschland e.V. steht allen Marktteilnehmern offen, die sich für DAB+ engagieren. Weitere Informationen zu DAB+ unter dabplus.de.
Kontakt für Medienvertreter:
Thomas Kühnrich
Digitalradio Büro Deutschland
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