Am Samstag, dem 3. Oktober 2026, fand wie jedes Jahr der österreichweite Zivilschutztag statt. Mehr als 8.000 Sirenen wurden in Österreich ausgelöst, in Wien waren es 180 Sirenen. Zwischen 12:00 und 12:45 Uhr wurden die vier Zivilschutzsignale getestet: „Sirenenprobe“, „Warnung“, „Alarm“ und „Entwarnung“. Es handelte sich um eine Übung, um die Bevölkerung mit den Signalen vertraut zu machen und die technische Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Die Hörbarkeit und der Zustand der Sirenen wurden von den technischen Dienststellen der Stadt kontrolliert. Im restlichen Jahr wird die Einsatzbereitschaft durch „stille“ Alarme regelmäßig geprüft.
Die Zivilschutzsignale im Überblick
- Sirenenprobe (15 Sek. gleichbleibender Dauerton): Kurzer Testton ohne Gefahr.
- Warnung (3 Min. gleichbleibender Dauerton): Herannahende Gefahr.
- Radio oder Fernseher (ORF) bzw. Internet (orf.at) einschalten, Verhaltensmaßnahmen beachten.
- Alarm (1 Min. auf- und abschwellender Heulton): Akute Gefahr.
- Schützende Bereiche bzw. Räumlichkeiten aufsuchen, über Radio oder Fernsehen (ORF) bzw. Internet (orf.at) durchgegebene Verhaltensmaßnahmen befolgen.
- Entwarnung (1 Min. gleichbleibender Dauerton): Gefahr vorbei.
Wien hat mehr an Warnkanälen
Neben den Sirenen wurden an diesem Samstag in Wien auch weitere Möglichkeiten getestet, um aktuelle Warnungen an die betroffene Bevölkerung in einem Gebiet zu bringen. Im Zeitraum zwischen 12:00 und 13:00 gaben folgende Systeme Informationen.
AT-ALERT österreichweit im Einsatz
„AT-Alert“ ist seit 2024 ein Bevölkerungswarnsystem auf Basis der Mobilfunktechnologie „Cell Broadcast“. Die Testnachricht wurde an alle eingeschalteten und in einem Mobilfunknetz eingeloggten Handys gesendet. Irrtümlicherweise wird angenommen, dass es an die Telefonnummer des Handys geschickt wird. Das ist aber nicht der Fall, es wird an die Telefone in der jeweiligen Funkzelle gesendet. Daher ist auch eine „Abmeldung vom System“ nicht möglich. Ein betriebsbereites Gerät empfängt die Meldung. Wichtig ist, dass Mobiltelefone mit einem aktuellen Betriebssystem (Android ab Betriebssystem-Version 11; iPhones ab Betriebssystem-Version iOS 17.4) ausgerüstet sein müssen.
Es fanden zwei Testauslösungen statt:
- Die erste Nachricht wurde österreichweit um 12:00 Uhr vom Bundesministerium für Inneres (AT-Alert Level 4-Gefahreninformation) versendet.
- Eine zweite Auslösung erfolgte durch die Bundesländer zwischen 12:45 und 13:00 Uhr (AT-Alert Level 1-Notfallalarm).
Beim Empfang hat es je nach Handytyp oder Betriebssystem zu Zeitverzögerungen kommen können. Im Überlappungsbereich von Bundesländern haben auch mehrere Meldungen kommen können. Der Notfallalarm (Level 1) kann nicht deaktiviert werden, während der Empfang von AT-Alert-Nachrichten ab dem Level 2 (Extreme Gefahr) in den Handyeinstellungen abgestellt werden kann. Es wird jedoch empfohlen, diese Level aktiviert zu lassen, um alle Warnmeldungen empfangen zu können.
Test des ASA Warnkanals über DAB+
Es wurde auch über DAB+ Radios mittels ASA (Automatic Safety Alert) ein Testalarm in einem eingeschränkten Gebiet ausgelöst. Diese Zusatzfunktion löst bei ASA-fähigen Digitalradios das Ein- oder Umschalten auf einen Warnkanal aus, auf dem eine entsprechende Warnansage automatisiert in deutscher und englischer Sprache ausgegeben wird. ASA-fähige Radios können auf einen geografischen Standort konfiguriert werden und lösen nur bei Alarmen aus, wenn sie tatsächlich betroffen sind, oder bei höchster Alarmstufe.
Beim Test am 3. Oktober musste eines der zahlreichen Programme vom Wiener Citymux auf Kanal 11C (z.B. City Jazz) eingestellt sein, damit das Radio auf den Warnkanal automatisch umschaltete. Wer noch kein ASA-fähiges DAB+ Radio besaß, konnte bei jedem DAB+ Radiogerät auch manuell das Programm „ASA-Info“ auswählen. Hier läuft auch außerhalb des Tests eine Erklärung zu ASA, die im Falle einer echten Warnung oder eines Testalarms unterbrochen wird.
Digitale Werbeflächen im öffentlichen Raum als Warnhinweise
Bei Gefahr informiert die Stadt Wien die Bevölkerung über in Echtzeit auf digitalen Werbeflächen der Gewista. Amtliche Warnungen wurden im öffentlichen Raum auf City Lights und auf Premium Screens sichtbar, dort wo sie gebraucht werden. Nach Ablauf der Warnzeit oder nach Rücknahme der Meldung wurde wieder Werbung angezeigt.
Die Warnmeldungen auf digitalen Werbeflächen ermöglichen eine schnelle, zielgerichtete und flächendeckende Information der Bevölkerung, besonders an stark frequentierten Orten. Das Projekt wurde in enger Abstimmung zwischen der Stadt Wien und Gewista umgesetzt.
Zivilschutz-Infos auf der „Stadt Wien“-App
Die „Stadt Wien“-App bietet eine Zivilschutz-Funktion (unter „Echtzeit-Informationen“), die über aktuelle Krisen und Verhaltensanweisungen informiert. Die App ist kostenlos für Android und iOS verfügbar: www.wien.gv.at/app/
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Quelle: Stadt Wien